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Die Bronzeskulptur von Tünnes & Schäl
Vor dem Hauseingang auf der Rückseite des Hauses 24, über eine Passage zu erreichen, begegnen uns die von einem Düsseldorfer (!) Künstler gefertigten Bronzeskulpturen zweier Typen, die in keinem Taufbuch stehen und nie in einem Sterberegister verzeichnet sein werden. Und doch sind Tünnes und Schäl als Kölner Originale in aller Welt bekannt.
Sie sind die Vertreter kölschen Witzes und Humors, Mittelpunkt kölscher Fopperei und Jrielächerei, Beispiel für Schalkheit und Pfiffigkeit. In jedem Kölner, so sagt man, steckt ein Stück von Tünnes und ein Quäntchen Schäl und schon die alten Kölschen ließen es an Akzeptanz für all die in die Stadt strömenden Kauze und Typen nie fehlen, wenn es hieß: "Unsen Herrjott hät allerhand Kossjänger" .
Tünnes ist der typische Vertreter des Bauern, der durch die Stadterweiterungen 1883, 1888, 1919 und 1914 seine Knollenfelder und Gemüsegärten verloren, in langen Verhandlungen mit der Stadt dafür einen ansehnlichen Preis erzielt hat und es deshalb nicht mehr für notwendig erachtet, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Mit seiner knolligen Nase ist er ein gutmütiger, harmloser, ulkiger Kerl mit einer nicht zu übertreffenden Bauernschläue. Er geht aller geregelten Arbeit gerne aus dem Weg, weiß aber trotzdem seine Geschäfte abzuschließen. Im Karneval tragen die als solche maskierten "Tünnesse" einen blauen Bauernkittel mit rotem Halstuch. Die knollige Nase ist übertrieben rot (vum suffe) und ihre Füße stecken in Klumpen.
Schäl ist ein listiger, verschlagener Uuzer, dessen Blick etwas stechendes und dessen Urteile und Ansichten etwas Salzgeschmack haben. Noch arbeitsscheuer als Tünnes, oft unter Strom (Alkohol) stehend, streitsüchtig, Schlägereien nicht aus dem Weg gehend und mit einem Gespür dafür ausgestattet, wie man sich dennoch beliebt machen kann. Schäl ist Schwadroneur und emotionsgeladener Halbwisser an Biertheken und bei den Spielen des 1.FC. Aber auch Leisetreter, Schmeichler und Schönredner, Intrigant und Zwischenträger, kurzum: "ene fiese Möpp", den die Kölner trotzdem (oder gerade deshalb?) lieben.
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