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Der Fastnachtsbrunnen
Einen Steinwurf vom Gürzenich stadteinwärts entfernt, fristet ein Brunnen am Gülich-Platz, einem geschichtsträchtigen Ort, ein kaum beachtetes Dasein. Als in den Zwanziger Jahren hier der "Fastnachtsbrunnen" errichtet wurde, verspotteten ihn die Kölner wegen seines Aussehens respektlos als "Wäschbütt", "Spölbütt" oder "Stadtrots-Badewann", denn der Name "Fastnachtsbrunnen" kommt keinem Kölner, der Karneval feiert und seinen "Fastelovend" liebt, über die Lippen. Doch wer sich der Mühe unterzieht, den von Professor Georg Grasegger geschaffenen Brunnen näher unter die Lupe zu nehmen, der wird einige Stadtsoldaten, Kluten und tanzende "Hillige Knäächte un Mägde" als treffend gestaltete Bronzefiguren entdecken.
In den Schull- und Veedelszög am Karnevals-Sonntag und manchmal auch im Rosenmontagszug kann er den Mitgliedern der "Kölner Klutengarde", die sich in der Arbeitskleidung der früher am Rhein tätigen und wegen ihrer Derbheit bekannten "Kluten" präsentieren, wieder begegnen.
Die Stadtsoldaten waren bei der 1823 durch das "Festordnende Komitee" erfolgten "Wiederbegründung" des Karnevals als "Roten Funken" ebenso wie die schon in reichsstädtischer Zeit als Vertreter der Bauernbänke bekannten "Hillige Knäächte un Mägde" schon im ersten Kölner Rosenmontagszug im Jahre 1824 vertreten. Und da sind sie nicht nur bis heute, sondern hoffentlich für immer, noch zu finden.
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